Jugend debattiert

Die Debatte

Gute Debatten

Gute Debatten sind eine Voraussetzung lebendiger Demokratie und eines gelingenden Zusammenlebens in Europa. Debatten beantworten Fragen, wie sie sich überall stellen: in der Familie, im Beruf, in der Politik. Debattieren heißt: Stellung beziehen, Gründe nennen, Kritik vortragen – gegeneinander und miteinander. Wer debattiert muss sich präzise ausdrücken und zuhören können. Jugend debattiert international trägt dazu bei, dass junge Menschen in Mittel- und Osteuropa ihre Ansichten und Standpunkte in der Fremdsprache Deutsch kenntnisreich und überzeugend vertreten können. Deshalb trainieren jedes Jahr über 2.000 teilnehmende Schülerinnen und Schüler an mehr als 160 Schulen in 10 Ländern mit Jugend debattiert international die gute Debatte.

Die Fragen stammen aus den Themenbereichen Schule, Grund- und Menschenrechte, Geschichte (insb. Aufarbeitung historischer Unrechtserfahrungen) und Europa. Am Anfang steht eine Entscheidungsfrage, auf die man nur mit "Ja" oder "Nein" antworten kann. Wer mit "Ja" antwortet, spricht sich für das Gefragte aus ("pro"). Wer "Nein" sagt, wendet sich dagegen ("contra"). Eine gute Debatte lebt von gegensätzlichen Ansichten, die sachlich vertreten werden. 

Ebenso wichtig wie die Position ist die Begründung. Debatten zielen darauf ab, herauszufinden, welche Argumente am meisten überzeugen. Dafür ist gute Sachkenntnis unentbehrlich.

Warum Debatten Regeln haben

 

Debatten haben Regeln, damit ein konzentriertes, sachbezogenes Streitgespräch entsteht. Wer den Regeln der Debatte folgt, hört andere an und lernt, seinen Standpunkt fair und sachlich zu vertreten. Die Regeln bei Jugend debattiert sind so reduziert, dass sie auch im Alltag eine wertvolle Orientierungshilfe sind. Die Debatte ist ein Instrument der Willensbildung in unserer demokratischen Gesellschaft. Denn überall, wo wir als Bürger zusammenkommen, um zu verbindlichen Entscheidungen in praktischen Fragen zu gelangen, wird debattiert. Überall dort, wo wir in Rede und Gegenrede klären, was bei einer wichtigen Entscheidung zu bedenken ist, steigen die Chancen für gute Entscheidungen!

Das Besondere an Debatten ist, dass beide Seiten durch gleichrangige Sprecher vertreten sind. "Pro" beginnt, "Contra" hält dagegen. Um sicher zu gehen, dass man sich richtig verstanden hat, erhält jede Seite die Gelegenheit zur Erwiderung.

Wer debattiert, muss Stellung nehmen. Wer Debatten zulässt, zeigt damit an, dass man durchaus verschiedener Meinung sein kann. So viel es auch bedeutet, durch Argumente zu einer Übereinstimmung zu kommen – beim Debattieren hat man immer die Möglichkeit, "Nein" zu sagen und beim "Nein" zu bleiben.

Die drei Teile der Debatte

  • In der Eröffnungsrunde beantwortet jeder Teilnehmer in zwei Minuten die Streitfrage aus seiner Sicht.
  • Die Freie Aussprache dauert zwölf Minuten. Hier werden weitere Argumente gebracht und miteinander abgeglichen.
  • In der Schlussrunde hat jeder Teilnehmer noch einmal eine Minute Zeit, die Streitfrage ein zweites Mal zu beantworten - diesmal im Lichte all der Argumente, die er gehört hat.

Debattiert wird jeweils zu viert: Zwei Personen antworten mit "Ja" und sprechen sich für das Gefragte aus ("pro"), zwei antworten mit "Nein" sprechen sich gegen die Maßnahme aus ("contra").