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Multilaterale Zusammenarbeit: Basistraining Estland – Lettland – Litauen

Allgemeines

Auch in diesem Jahr wird bei der Durchführung des Wettbewerbs Jugend debattiert international Wert auf multilateralen Austausch auf allen Wettbewerbsebenen gelegt. So hat das Basistraining für alle drei baltischen Länder in diesem Jahr gemeinsam in Tallinn stattgefunden. Wir haben sowohl mit der Leiterin des Trainings, als auch mit einer Teilnehmerin gesprochen. Hier ihre Eindrücke.

Die ZfA-Koordinatorinnen für Jugend debattiert international in Estland und Lettland, Silke Kachelmann und Karin von Berg, führten vom 08.-09.11.2018 in Tallinn ein gemeinsames Basistraining für Projektlehrer und Alumni aus allen drei baltischen Staaten durch. Die zehn Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Estland, Lettland und Litauen gingen durchweg mit Freude und Engagement an die motivierenden Übungen heran. Gemäß des Curriculums für Jugend debattiert international wurden die Projektlehrer mit den Inhalten in der Weise vertraut gemacht, dass sie sie nach eigenem Ausprobieren an ihre Schüler weitervermitteln können. Sie probierten demnach das Debattieren, übten, Position zu beziehen und aufeinander einzugehen, Schlüsse zu ziehen, Voraussetzungen zu klären und das Debattieren zu trainieren. Nach den intensiven Trainingseinheiten genossen sie Spaziergänge in Tallinns schöner Altstadt.

Bildergalerie

Silke Kachelmann, ZfA-Koordinatorin für Estland und eine der beiden Leiterinnen des Trainings, über ihre Eindrücke:

Was ist das Besondere an einer internationalen Trainingsgruppe?

Eine internationale Trainingsgruppe beim Basistraining bietet schon in einer sehr frühen Phase – und nicht erst etwa während der Internationalen Finalwoche - die Möglichkeit des gegenseitigen Austauschs, was sehr vorteilhaft ist. Dabei sind zum einen die thematisch bezogenen Inhalte gemeint, wenn es darum geht, Streitfragen zu debattieren und sich dabei auf das jeweilige Land oder aber in unserem Fall auf das gesamte Baltikum zu beziehen. Zum anderen denke ich an die Gepflogenheiten, was Jugend debattiert international in den einzelnen Ländern bedeutet. Das heißt: Welchen Stellenwert hat das Format in den jeweiligen Schulen? Wie wird trainiert? Wie wird debattiert? Wie werden die einzelnen Elemente in den Unterricht eingebunden? In welcher Weise werden Alumni mit einbezogen? Etc. Über den eigenen Tellerrand zu schauen und mit Menschen aus anderen Ländern in Kontakt zu treten, ist bei jeder Gelegenheit etwas Besonderes und sollte stets wertgeschätzt werden.

Was hat besonders gut funktioniert?

Besonders erfreulich war, dass in unserer sehr angenehmen und harmonischen Gruppe alle äußerst offen für Neues und dazu bereit waren, ihre eigene Komfortzone zu verlassen. Denn fast alle hatten keinerlei Vorerfahrungen mit dem Format, gingen aber mit Freude und Neugier an die Sache heran. Die Teilnehmer waren bereitwillig gleichermaßen aktiv. Auch bei der Themenfindung war sich die Gruppe schnell einig. Bei der Durchführung der kompletten Debatte am Ende des Trainings bewegten sich die Teilnehmer auf einem hohen Niveau, woran man sehen konnte, dass das Training wirklich gefruchtet hat.

Wo siehst du noch Bedarf nach Vertiefung? 

Ich denke, dass es ganz besonders wichtig ist, dass die Teilnehmer möglichst rasch nach dem Durchlaufen des Basistrainings mit ihren Schülern im Unterricht debattieren und das Gelernte anwenden. Denn Inhalte des Trainings wieder zu vergessen, wenn man sie nicht anwendet, geht so schnell. Auch empfehle ich allen, die das Basistraining, welches bei uns im November stattfindet, durchlaufen haben, auch beim Aufbautraining im Januar teilzunehmen. Dort erhalten die Teilnehmer die Möglichkeit, ihre Kenntnisse zu vertiefen und Transferaufgaben zu erlernen.

Auch haben wir mit Grete Elbrecht, Projektlehrerin am neu gegründeten Staatlichen Gümnasium Rapla (Estland), gesprochen:

Was ist das Besondere an einer internationalen Trainingsgruppe?

Während des Trainings hatten wir viele verschiedene Aufgaben, bei denen wir über unterschiedlichste  Themen, vor allem aktuelle, gesprochen haben. Dabei war es sehr interessant zu hören, wie die Teilnehmer, unsere Kolleginnen und Kollegen aus Lettland und Litauen, über diese speziellen Themen denken und welche Erfahrungen sie dabei in ihren Ländern gemacht haben. Das Besondere war für mich, dass man die Nähe zwischen den baltischen Staaten deutlich spüren konnte.

Was hat besonders gut funktioniert?

Viele von uns waren in einer neuen Situation. Aber es wurde eine sehr tolle Erfahrung! Wir fanden bei allen Aufgaben beste Unterstützung, ob nun bei einem Brainstorming oder bei einer Debatte. Auch beim Festlegen der Themen haben wir immer ein Konsens gefunden. Unseren Austausch von vorausgegangen Erfahrungen fand ich ebenfalls sehr gut und hilfreich.

Wo siehst du noch Bedarf nach Vertiefung? 

Mir scheint, dass der Praxisbezug in diesem Falle sehr wichtig ist. Auch wenn man das System theoretisch kennt, sammelt man vor allem beim Umsetzen Erfahrung. Das ist meiner Meinung nach sehr wichtig. Dafür braucht man Zeit.

 

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