Jugend debattiert

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Ein Blick hinter die Kulissen

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Vor der Debatte wird intensiv trainiert: Ein Teilnehmer berichtet, wie sich die Debattantinnen und Debattanten beim gemeinsamen Training auf das Stadtfinale in St. Petersburg vorbereiteten.

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von Daniil Dmitriev, Klasse 10, Gymnasium 74.

Das Stadtfinale in Sankt Petersburg ist schon vorbei. Alle Teilnehmer haben ihr Feedback erhalben, die Sieger bereiten sich auf das Landesfinale vor und kümmern sich um Visa für das Siegertraining in Berlin.

Heute möchte ich aber nicht über das Stadtfinale, sondern über die Vorbereitungszeit dafür berichten. Ich denke, dass jeder, der sich für „Jdi“ interessiert, wissen sollte, wie die Vorbereitung läuft.

Alle Teilnehmer (nicht nur die DebattantInnen, sondern auch ein Ersatzkandidat pro Schule) dieses Wettbewerbs wurden am 05.04. ins Goethe-Institut eingeladen. Geleitet wurde das training von Aleksandra Rastvortseva (Jdi-Alumna aus dem Jahr 2013) und Liliia Akatova (Jdi-Alumna aus dem Jahr 2018).

Das Hauptziel des Trainings war es, auf die Struktur der Debatte zu achten. Wir haben erfahren, was man im Laufe der Eröffnungsrede, der freien Aussprache und der Schlussrede sagen sollte, welche Fehler man während der Debatte machen könnte und was die Jury bewerten wird.

Ich finde es positiv, dass Aleksandra und Liliia uns aus ihrer eigenen Erfahrung die Struktur der Debatte erklärt haben. Sie haben uns einige nützliche Ratschläge gegeben. Einen Hinweis fand ich besonders wichtig. Aleksandra hat uns empfohlen, in jeder schwierigen Situation, wenn einem das richtige Wort nicht einfällt,  eine sogenannte „einfache“ Lexik zu benutzen. Zum Beispiel das Verb 'machen' - das Gesetz machen, anstatt es „zu verabschieden“, die Reform machen, anstatt sie „durchzuführen“. So etwas würde uns kein Lehrer beibringen, denn die Rede klingt dadurch nicht schön. Aber verzweifelt nach einem Wort zu suchen und dadurch wertvolle Zeit zu verschwenden ist viel schlimmer, den Luxus kann man sich in einer anderen Situation leisten, aber nicht bei der Debatte, wenn jede Sekunde zählt.

Eine kurze Kaffeepause haben wir im Café D, das im Laufe der Deutschen Woche in der Bibliothek des Goethe-Instituts eröffnet wurde, verbracht. Wir haben nicht nur Kaffee, Saft und Tee getrunken, sondern die Zeit auch den Büchern in der Bibliothek gewidmet. Leseratten und Bücherfreunde wären auf dem siebenten Himmel, wenn sie in diese Bibliothek geraten würden. Manche Teilnehmer des Trainings wurden neugierig und bekamen Lust, öfter in diese Bibliothek zu gehen.

  Am Ende des Trainings haben wir noch eine Mikrodebatte durchgeführt. Wir beschäftigten uns mit der Frage  „Sollen alle Geschäfte sonntags geschlossen werden?“ Dieses Thema war fast für alle unerwartet. Ehrlich gesagt, fiel es sehr schwer, irgendwelche Argumente zu diesem Thema einzubringen. Aber im Laufe dieser Debatte haben wir noch einmal spontanes Reden geübt.

Ich bin sicher, dass dieses Training nützlich für alle Teilnehmer war. Es hat uns deutlich gezeigt, wo unsere Stärken und Schwächen liegen. Es wurde klar, woran man noch arbeiten und worauf man achten sollte.

Dieses Training war auch eine gute Gelegenheit, einerseits kluge und interessante Leute kennenzulernen und neue Freundschaften zu schließen, andererseits stärkste Konkurrenten zu identifizieren.

Wir alle sind den Veranstaltern des Trainings dankbar und wünschen unseren Nachfolgern, dass sie auch diese wunderbare Möglichkeit haben.

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