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Jugend debattiert trotz(t) Corona auch in Tschechien – das erste JD-Basistraining online

Neues aus Tschechien

Wie jedes Jahr im November trafen sich am vergangenen Donnerstag und Freitag tschechische und deutsche Lehrkräfte, kulturweit-Freiwillige und tschechische Alumni zum Basistraining von Jugend debattiert in Mittel-, Ost- und Südosteuropa. Diesmal von ihrem Wohnzimmer aus und im digitalen Raum.

Erklärtes Ziel der Veranstaltung war es, alle Teilnehmenden mit dem Projekt „Jugend debattiert in Mittel-, Ost- und Südosteuropa“ vertraut zu machen und dafür zu wappnen, ihre Schüler*innen auf zukünftige Debatten professionell vorzubereiten. Organisiert und geleitet wurde die Veranstaltung von zwei engagierten Projektlehrkräften von der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen: Miriam Schadwill vom Gymnasium Kroměříž und Jörg Hochfeld, der in Ostrava arbeitet. Miriam Schadwill übernahm dieses Jahr von Jörg Hochfeld die Koordination des Projektes in Tschechien.

Seit 5. Oktober waren allerdings zur Eindämmung des COVID-19-Virus die tschechischen Schulen geschlossen, sodass die Seminarleitung und Teilnehmer*innen keine Möglichkeit hatten, sich wie gewohnt persönlich zu treffen. Erstmalig fand dieses Seminar dementsprechend komplett online statt – für alle Beteiligten eine echte Herausforderung!

Die 15köpfige Gruppe traf sich in einem digitalen Raum und widmete sich aktiv allen Blöcken des Jugend debattiert-Curriculums: Debattieren probieren, Position beziehen, Aufeinander eingehen, Schlüsse ziehen, Voraussetzungen klären, Debattieren trainieren und Debatten jurieren. Die Seminarleitung hatte zu jedem Thema einen gesonderten digitalen Raum vorbereitet, in dem sich die Teilnehmer*innen in Kleingruppen treffen und das Gelernte sofort praktisch erproben konnten. Im Rahmen jeder Übung gab es didaktisch-methodische Hinweise zur Umsetzung im Schulunterricht. Dabei standen besonders Tipps für den Distanzunterricht im Vordergrund. Die Teilnehmer*innen lernten neue digitale Tools kennen, um etwa gemeinsam und interaktiv mit Schüler*innen Texte oder Cluster zu erstellen.

Auch kurzweilige Vorträge zum Projekt und zur Organisation des Wettbewerbsjahres durften nicht fehlen. Hier kam zum Beispiel Daniel Vodrážka vom Goethe-Institut Prag zu Wort, der gemeinsam mit Miriam Schadwill den tschechischen Wettbewerb koordiniert. In einem kurzen Vortrag machte er den Teilnehmer*innen den Ablauf des Wettbewerbsjahres transparent.

Ein absoluter Höhepunkt des Basistrainings, der sich vor allem erst durch die digitale Gestalt ermöglichen ließ, war ein Online-Interview mit dem Jugend debattiert-Trainer Tim Wagner. Herr Wagner begleitet das Projekt von Anfang an und ist unter anderem auch Autor der darin verwendeten Lehrwerke. Von ihm haben die Teilnehmenden nicht nur nützliche Informationen über die Möglichkeiten des Distanzunterrichts bekommen, sondern auch viel Neues über die Entstehung von Jugend debattiert erfahren. Außerdem machte das Gespräch deutlich, welchen unschätzbaren Nutzen das Projekt für Schüler*innen und Lehrkräfte haben kann. Spätestens dann wurde allen bewusst, dass Rhetorik und Debatten in die Schulen zu jungen Menschen gehören und sicher keine verstaubten Disziplinen sind.

Auch der zweite Seminartag startete mit einem Gast, der diese Haltung unterstrich: Die ZfA-Fachberaterin, Dr. Karin Steffen, begrüßte die Teilnehmer*innen, nahm an einigen Übungen teil und gab einen spannenden Überblick über das Potenzial des Projektes im Hinblick auf die Erziehung der Schüler*innen zu mündigen, demokratischen Bürger*innen Europas.

Die Stimmen der Teilnehmenden waren nach zwei Seminartagen ausgesprochen positiv. So arbeitet die die Seminarleitung jetzt mit Vorfreude an der Vorbereitung des nächsten Aufbautrainings für Lehrkräfte. Dieses findet im Februar 2021 statt – wenn nötig gerne auch wieder digital.


Text: Miriam Kristina Schadwill
ZfA-Landeskoordinatorin Tschechien

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