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Aktuelles

Zu Gast beim Regionalverbundausscheid von Jugend debattiert in Sebnitz

Allgemeines

Das Projektbüro von Jugend debattiert international war am 7. März zum Regionalverbundausscheid von Jugend debattiert am Goethe-Gymnasium in Sebnitz zu Gast. Die Sieger in Altersgruppe II werden dieses Jahr erstmals mit den tschechischen Landessiegern zum Regionalsiegerseminar nach Dresden fahren und dort gemeinsam trainieren. Und das ist längst nicht alles, was die beiden Projekte sowie die beiden Nachbarländer miteinander verbindet.

Wie eng Ostsachsen und gerade Sebnitz mit der tschechischen Nachbarregion verflochten sind, hat sich schon bei unserer Fahrt aus Prag gezeigt. So war es ein Regionalzug der Tschechischen Bahnen, der uns nach Sebnitz gebracht hat. Diese vor wenigen Jahren eröffnete Linie beginnt im tschechischen Děčín und führt durch den Nationalpark Sächsisch-Böhmische Schweiz über Bad Schandau und Sebnitz zurück ins tschechische Rumburk. Nur dank dieser grenzüberschreitenden Linie bleibt Sebnitz weiterhin ans Schienennetz angeschlossen. Und Sebnitz, das vor einem Jahrzehnt noch in der Peripherie Sachsens lag, liegt heute im Zentrum einer immer dynamischer wachsenden grenzüberschreitenden Region, von deren Entstehen sowohl die Menschen in Sachsen, als auch in Nordböhmen in vielerlei Hinsicht profitieren.

Ganz ähnlich verhält es sich mit dem sächsischen Landeswettbewerb von Jugend debattiert und dem tschechischen Landeswettbewerb von Jugend debattiert international. An erster Stelle ist hier das dieses Jahr erstmals stattfindende gemeinsame Training in Dresden zu nennen. So werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus beiden Ländern drei Tage lang auch in gemischten Gruppen trainieren.

Dabei wollen alle Debattantinnen und Debattanten ihre rhetorischen Fähigkeiten verbessern und sich im Anschluss an das Training für die nächste Wettbewerbsstufe qualifizieren. Doch das Trainieren funktioniert ebenso wie das Debattieren nur gemeinsam. In der Debatte ist eine Klärung der Streitfrage und der Positionen nur möglich, wenn alle vier Debattantinnen und Debattanten zusammenarbeiten. Das heißt nicht, dass sie ihre gegensätzlichen Positionen verlassen, sondern vielmehr, dass die Pro-Seite erst im Spiegelbild der Contra-Seite klar wird und umgekehrt. Nur die Fragen der Contra-Seite können der Pro-Seite helfen, ihre Position während der Debatte zu durchdenken und zu präzisieren.

Wie wertvoll unterschiedliche Perspektiven aus verschiedenen Ländern zur Klärung der Streitfrage und Positionen sind und wie selbstverständlich dies für die Debattantinnen und Debattanten ist, hat sich ebenfalls bei den Debatten in Sebnitz gezeigt: Immer wieder ging der Blick der sächsischen Debattantinnen und Debattanten in die Nachbarländer, d. h. nach Tschechien, Polen oder Ungarn. Die Frage,  wie das gegebene Problem in anderen Ländern gelöst wird, war geradezu essentiell, um Lösungs- und Klärungsansätze zu finden.

Eine weitere Verbindung ist das seit mehreren Jahren in Prag durchgeführte und vom Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds unterstützte Partnerprojekt „Über Grenzen sprechen“.  Hier treffen sich einmal jährlich Schülerinnen und Schüler aus der ostsächsisch-nordböhmischen Grenzregion, konkret von den Gymnasien in  Sebnitz, Rumburk und Liberec, um gemeinsam das Debattieren auszuprobieren. Ausprobieren heißt in diesem Fall, dass es sich nicht um Schülerinnen und Schüler aus den Wettbewerben selbst handelt, sondern dass die meisten von ihnen das erste Mal überhaupt debattieren. Die ganz Mutigen stellen sich nach zwei Trainingstagen dann einer Schaudebatte, in der sie vor Publikum zeigen, was sie in den Tagen gelernt haben. Und auch hier wird deutlich, wie die Klärung der Streitfrage von der Vielfalt der Perspektiven profitiert. Selbst bei vermeintlich einfachen Themen aus dem Schulalltag zeigt sich schnell, dass dieser Alltag in beiden Ländern durchaus unterschiedlich ist und die Perspektive auf die Streitfrage entsprechend komplex debattiert werden kann.

Möglich wird dieser Austausch durch eines der Grundelemente von Jugend debattiert international: das Debattieren in der – für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer am internationalen Wettbewerb – Fremdsprache Deutsch. Erst eine aktive Mehrsprachigkeit in Europa macht diese Begegnungen möglich. Der Profit ist auf beiden Seiten enorm. Und mittlerweile selbstverständlich.

 

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