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Aktuelles

Die ersten Schritte - Schulverbundfinale Jugend debattiert international in Belarus

Allgemeines

Werner Lieberknecht, ZfA-Fachberater in Belarus, führt gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen vom Goethe-Institut Minsk dieses Jahr erstmals den Landeswettbewerb in Belarus durch. Hier schildert er, wie er die ersten Schulverbundfinale im März als Organisator erlebt hat. So viel sei vorweggenommen – die Ergebnisse können sich sehen lassen und versprechen eine spannende Debatte zum ersten Landesfinale Belarus am 13. April.

Am ersten Tag kamen acht Schülerinnen und Schüler sowie ihre betreuenden Lehrkräfte aus dem Gymnasium 10, Molodetschno, der Schule 73 in Minsk, dem Gymnasium 20 in Minsk, und der Schule 15 in Grodno, am zweiten Tag ebenfalls acht aus der Schule 7 in Brest, dem Gymnasium 2 in Pinsk, der Schule 49 in Gomel, und dem Gymnasium 24 in Minsk. Pro Schule waren es immer zwei Schülerinnen und Schüler.  

Austragungsort war das Gymnasium 24 in Minsk, das seine Aula zur Verfügung gestellt hatte. Jeweils für beide Tage galt, dass in einem ersten Losverfahren die acht Debattantinnen und Debattanten zunächst das Los „Debatte 1“ oder „Debatte 2“ zogen. Jeweils vor der ersten und zweiten Debatte zogen vier Schülerinnen und Schüler dann die Pro- und Contra-Lose. Also zwei Schulverbünde, vier Debattengruppen auf zwei Tage verteilt, sechzehn Schülerinnen und Schüler. Die Schulverbünde waren gesetzt. Die Geographie spielte dabei keine Rolle, da Minsk als zentral gelegene Hauptstadt von allen Landesteilen aus gut zu erreichen ist.  

Die Anfangszeit war mit 13.30 Uhr jeweils so gewählt, dass das gastgebende Gymnasium 24 uns seine Aula und zwei Nebenräume überlassen konnte, ohne den vormittäglichen Schulbetrieb antasten zu müssen.  Diese Zeit ermöglichte allen eine An- und Abreise am gleichen Tag. Die einzige organisatorische Schwierigkeit sah ich darin, dass die Veranstaltungsdauer im Verhältnis zu zweimal 24 Minuten Debatte recht lang sein würde. So entschied ich,  die Vorbereitungszeit der Debattengruppe 2 gleichzeitig mit dem Beginn der Debatte 1 anzusetzen. Das ging am ersten Tag ganz gut, da die Jury recht schnell war (sie versicherte mir, sie habe ohne Druck beraten), während am zweiten Tag die Jury viel mehr Zeit benötigte.

Um den Debattantinnen und Debattanten der Debatte 2 keinen Vorteil zu verschaffen, wurden sie nach exakt der gleichen Vorbereitungsdauer wie die andere Debattengruppe aus der Vorbereitung geholt und mussten dann schon auf der Bühne Platz nehmen und warten. Ein Nachteil an beiden Tagen war, dass die Jury keine Pause hatte, aber wir hatten enthusiastische Juroren.  Die gute Laune überwog – auch die Neugier darauf, wie es denn nun laufen würde!

Und damit kommen wir zu den Schülerinnen und Schülern: Sie waren hervorragend vorbereitet. „Ich bin beeindruckt von dem hohen sprachlichen Niveau aller Debattanten“, so Olaf Bollbrinker, Leiter der Spracharbeit des Goethe Instituts Minsk. Diese Einschätzung spiegelt sich auch in dem Umstand wider, dass Schülerinnen und Schüler aus sieben der acht teilnehmenden Schulen eine Runde weitergekommen sind. Sie konzentrierten sich durchgängig rollengerecht auf die Debattenfrage und erfüllten die formalen und inhaltlichen Anforderungen. Keine der vier Debatten stockte oder musste gar angeschoben werden.

Dazu trug auch das schüleraffine Thema bei: „Sollen Klassenräume vollständig digital ausgestattet werden?“ Die Debattenlinien kamen klar heraus. Einerseits gehören Umgang mit Medien und Nutzung moderner technischer Möglichkeiten zur Bildung  -  andererseits gehen Kulturtechniken und soziale Entfaltungsmöglichkeiten verloren. Hier wurde zum Teil leidenschaftlich debattiert. Alles zur Freude der Zuhörer. Und was noch wichtiger ist, am Ende sagten alle Debattanten, es habe ihnen Spaß gemacht. Für alle Beteiligten war es Neuland, also auch für die Jury und die betreuenden Lehrer, und auch für den Fachberater, der an den beiden Tagen moderierte.

Es zahlte sich aus, dass es mit Basistraining und Aufbautraining einen intensiven Vorlauf gegeben hatte. Das Jurieren blieb auf Grund der knappen Schulungszeit und auch ohne einen erfahrenen Juror von außen bis zur Veranstaltung ein Risiko – würde es funktionieren? Ja, es hat funktioniert. Es lag nicht zuletzt daran, dass die jeweils dreiköpfige Jury nicht einseitig, sondern mit Kulturweitfreiwilligen, jungen Ortslehrkräften und erfahrenen vermittelten Lehrkräften heterogen besetzt war – nicht zu vergessen auch die Beteiligung einer Mitarbeiterin des Goethe Instituts Minsk.

Die Ergebnisse dieser beiden Tage können sich sehen lassen. Für das Halbfinale am 12. und das Landesfinale am 13. April sind die Weichen gestellt.

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